Elf Fakten zum Singles Day: Wissenswertes zum Shopping-Event made in China

Wien, 29. Oktober 2020. Noch drei Tage, dann beginnt die Zeit der Schnäppchenjäger: Erstmals findet der Singles Day, das umsatzstärkste Shopping-Event der Welt, dieses Jahr schon ab dem 1. November statt. 38,4 Milliarden US-Dollar nahm 2019 allein der chinesische Handelsriese Alibaba am Singles Day ein. Und auch bei uns wird der Singles Day seit seiner Premiere im Jahr 2017 immer bedeutender. Das Konsumentenforum Preisjäger hat deshalb zehn Fakten zum Singles Day recherchiert, die helfen, das Shopping-Event besser zu verstehen.

 

1) Chinesische Studenten begründeten die Tradition des Singles Days 1993

 

Was heute angesichts der hohen Umsätze am Singles Day ziemlich unwahrscheinlich wirkt, ist wahr: Der Singles Day wurde nicht von Marketing-Managern auf dem Reißbrett entworfen, sondern von Studenten aus der chinesischen Provinz begründet. 1993 riefen Studenten in Nanjing, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangsu, am 11. November die Tradition des Singles Day ins Leben. An milliardenschwere Umsätze dachten damals keiner von ihnen. Sie tauschten kleine Geschenke aus, um sich gegenseitig ihre Aufmerksamkeit zu zeigen.

 

2) Das Datum war beim Singles Day anfangs Programm

 

Den 11. November – eine Folge von vier Einsen – wählten die Studenten der Universität Nanjing bewusst als Datum für den Singles Day: Ähnlich wie die vier Einsen im Datum waren sie alle alleinstehend und bildeten zumindest am 11. November doch eine Gemeinschaft. Bis heute spielt die Eins als Symbol übrigens eine große Rolle bis in den Alltag chinesischer Konsumenten hinein. Am Singles Day essen viele Singles oft vier „Youtiao“ genannte Teigstäbchen, die in ihrer länglichen Form an Einsen erinnern. Dazu essen sie Baozi, gedämpfte und meist mit Fleisch, Fisch oder Gemüse gefüllte Teigtaschen. Baozi haben eine runde Form und symbolisieren die Punkte im Datum.

 

3) Ursprünglich feierten nur Männer den Singles Day

 

In den ersten Jahren schenkten sich vor allem Männer gegenseitig etwas zum Singles Day. Inwieweit sie mit dem Tag auch Protest gegen die chinesische Ein-Kind-Politik verbanden, ist nicht bekannt. Ziemlich sicher spürten sie aber die Folgen der von 1979 bis ins Jahr 2015 in China geltenden Politik, dass Familien nur ein Kind haben dürfen. Bis heute ist der Männerüberschuss nicht nur in ländlichen Regionen, sondern in ganz China groß: Auf 121 Männer kamen in den Jahren von 2002 bis 2005 nur 100 Frauen. Und auch noch 2019 bezifferte das Nachrichtenmagazin „Die Zeit“ den Männerüberschuss in China auf 34 Millionen.

 

4) Der Singles Day findet dieses Jahr erstmals schon ab dem 1. November statt 

 

Wie sehr sich der heutige Singles Day von jener Tradition unterscheidet, die Studenten 1993 ins Leben riefen, zeigt sich auch an einer anderen Besonderheit: Erstmals findet der Singles Day dieses Jahr nicht bloß am 11. November statt. Schon einige Tage vorher, vom 1. November bis zum 3. November, wird Alibaba seine Preise senken und mit Rabatten locken.  Das fand das Fachmagazin Technode.com (https://technode.com/2020/10/21/singles-day-sales-begin-ed-tech-firms-nab-hefty-funding-retailheads/) heraus. Passionierte Schnäppchenjäger sollten also schon ab Sonntag online auf die Suche nach Angeboten aus Fernost gehen.

 

5) Der Singles Day hat heute eine neue Bedeutung

 

Im Laufe seiner 27-jährigen Tradition hat der Singles Day viel von seiner ursprünglichen Bedeutung verloren. Während der Singles Day früher nur von jungen Männern als Junggesellen-Tag gefeiert wurde, ist er heute auch bei alleinstehenden Frauen und Paaren beliebt. In den größeren Städten finden Blind-date-Partys statt, Universitäten bieten Programme an, bei denen sich Singles kennenlernen können, und auch das Datum hat eine andere Bedeutung bekommen. Die vier Einsen gelten nicht mehr nur als Symbol für „Single“, sondern Chinesen nutzen sie zunehmend auch, um ihrem Partner zu sagen: „Du bist der/die Einzige für mich.“ Nicht zufällig heirateten 2001 ungewöhnlich viele Paare am Singles Day, der wegen seiner sechs Einsen im Datum (11.11.11) als „Singles Day des Jahrhunderts“ (Shiji Guanggun Jie) galt. 

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6) Alibaba und das Internet haben den Singles Day groß gemacht

 

Außerhalb Chinas und auch weltweit ist der Singles Day erst durch das Internet bekannt geworden. Seine Entwicklung von einer studentischen Tradition hin zum größten Shopping-Event der Welt ist dabei eng mit dem 1999 von Jack Ma gegründeten Handelskonzern Alibaba Group verbunden. Alibaba ist Chinas größte IT-Firmengruppe und betreibt unter anderem die Online-Handelsplattformen Taobao und Tmall. Für sie hat sich Alibaba am 28. Dezember 2012 die Markenrechte am Warenzeichen 双十一 („Doppel-11“ oder „11-11“) gesichert. Konkurrenten wie JD.com oder Dangdang.com ist es seitdem nicht mehr erlaubt, mit diesem Begriff zu werben.

7) Der Umsatz am Singles Day ist seit 2011 um 4.582 Prozent gestiegen

 

Die Umsätze, die allein Alibaba am Singles Day erzielt, sind in den letzten Jahren nahezu explodiert. Um satte 73,58 Prozent wuchs das Bruttowarenvolumen (GMV) von 2011 bis 2019 durchschnittlich Jahr um Jahr. Noch 2011 setzte Alibaba am Singles Day gerade einmal 820 Millionen US-Dollar um. 2012 waren es bereits 3,04 Milliarden US-Dollar. 2015 betrug Alibabas Umsatz 14,3 Milliarden US-Dollar. 2016 waren es 17,8 Milliarden US-Dollar und von 2017 bis 2019 stieg der Umsatz von 25,3 Milliarden US-Dollar auf 38,4 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum Singles Day 2011 verzeichnete Alibaba 2019 am Singles Day also ein Umsatzwachstum von 4.582,93 Prozent. Setzt sich nur das durchschnittliche Wachstum der letzten drei Jahre fort, dürfte Alibaba dieses Jahr 49,74 Milliarden US-Dollar umsetzen.

 

8) Alibaba trickst bei seinen Verkaufsrekorden

 

Genauso beeindruckend wie die Umsätze, die Alibaba am Singles Day insgesamt erzielt, sind die Umsätze, die der Handelsriese jedes Jahr für die ersten sechzig Minuten bekannt gibt. 2017 sprach Jack Ma von 8,6 Milliarden US-Dollar, 2018 von 9,92 Milliarden US-Dollar und 2019 sogar von 13 Milliarden US-Dollar, die Konsumenten nur in der ersten Stunde des Singles Day ausgegeben haben sollen. Was imposant klingt, trifft allerdings nur bedingt zu: Konsumenten können für den Singles Day vorbestellen und Alibaba zählt die Summe der Vorbestellungen zu den Ausgaben hinzu, die Konsumenten tatsächlich in den ersten sechzig Minuten des Singles Day tätigen.

 

9) Chinesen kaufen am Singles Day nicht nur Elektronik oder Schokolade 

 

Die hohen Umsätze, die Alibaba jedes Jahr am Singles Day erzielt, lassen sich auf zwei Faktoren zurückführen: China zählt – dem National Bureau of Statistics of China zufolge – gut 1,4 Milliarden Einwohner und chinesische Konsumenten kaufen am Singles Day längst nicht nur Süßigkeiten, Elektronikartikel oder Mode ein. Auch lebende Hummer, Schmuck und sogar Autos landen jedes Jahr am 11. November im virtuellen Warenkorb.

 

10) In Österreich ist der Singles Day seit dem Jahr 2017 präsent 

 

Verglichen mit China, hat der Singles Day im deutschsprachigen Raum noch keine allzu lange Tradition. Bei Preisjäger – der größten österreichischen Schnäppchenseite, bei der Konsumenten das ganze Jahr über Angebote teilen und bewerten – finden sich erst für das Jahr 2017 die ersten Singles-Day-Angebote. Chinesische Akteure wie Aliexpress, Gearbest und Geekbuying warben damals mit dem Singles Day, aber auch Händler wie Media Markt und Saturn, Bonprix und der Lieferdienst Lieferando. Zudem hatten 2017 auch internationale Marken wie Asics, H&M und Nike den Singles Day schon für sich entdeckt. Inzwischen ist die Zahl der Angebote und Händler merklich gestiegen. Am Singles Day 2017 verzeichnete Preisjäger noch 72 Angebote, 2018 waren es bereits 107 und letztes Jahr 172 verschiedene Angebote.

 

11) Der Singles Day ist das mit Abstand umsatzstärkste Shopping-Event der Welt

 

Der Singles Day führt seit Jahren das Ranking der umsatzstärksten Shopping-Events der Welt an und auch 2019 ließ der Singles Day den amerikanischen Black Friday klar hinter sich: 38,4 Milliarden US-Dollar gaben Konsumenten letztes Jahr am Singles Day aus. Die Umsätze amerikanischer Händler summierten sich, Adobe zufolge, am gesamten langen Wochenende von Thanksgiving bis zum Cyber Monday hingegen nur auf 28,2 Milliarden US-Dollar. Das britische Black-Friday-Wochenende lag 2019 mit einem Umsatz von 11,21 US-Dollar auf Rang drei der umsatzstärksten Shopping-Events. In Deutschland gaben Konsumenten letztes Jahr am Black-Friday-Wochenende 3,64 Milliarden US-Dollar (3,1 Milliarden Euro) aus und in Österreich rechnete die Wirtschaftskammer mit einem Umsatz von 471,2 Millionen US-Dollar (400 Millionen Euro).

 

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Über Preisjäger

 

Preisjäger (https://www.preisjaeger.at) wurde im April 2008 als Blog gegründet und ist heuer mit 2,2 Millionen Sessions pro Monat das größte österreichische Konsumentenforum. Jeden Monat nutzen 350.000 Smart-Shopper Preisjäger, um Angebote von Online-Shops und lokalen Händlern zu teilen und bewerten, von Experten zu lernen und so die besten Entscheidungen zu treffen. Seit 2014 ist Preisjäger Teil der Pepper.com-Gruppe, die als weltweit größte Shopping-Community neben Österreich auch in Brasilien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Mexiko, den Niederlanden, Polen, Russland und Spanien betreibt. Monatlich nutzen 25 Millionen Konsumenten die zwölf Pepper-Plattformen, um sich über aktuelle Angebote auszutauschen und 12.000 Kaufentscheidungen pro Minute zu treffen.

 

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