Preise im Sinkflug: Wer heute fliegt, zahlt 15,9 Prozent als noch vor einem Jahr

Berlin, 16. Januar 2019. Gute Nachrichten für Flugreisende: Wer heute innerhalb Deutschlands und Europas fliegt, spart im Vergleich zum Vorjahr deutlich: Insgesamt sind die Preise seit Januar 2018 um 15,9 Prozent gesunken, um 4,1 Prozent auf der Kurz- und sogar um 23,5 Prozent auf der Mittelstrecke. Dies zeigt eine Langzeitstudie des Verbraucherforums mydealz.de. Als Grund nennen Experten eine schwächelnde Nachfrage.

 

55,16 Millionen Passagiere flogen im ersten Halbjahr 2017 von deutschen Flughäfen aus, 56,55 Millionen Passagiere im ersten Halbjahr 2018. Trotz des Aus von Airberlin, Deutschlands einst zweitgrößter Fluggesellschaft, im Oktober 2017 stieg die Nachfrage damit um 2,5 Prozent. Allzu lange können sich die Airlines aber nicht auf dem vom Statistischen Bundesamt berechneten Wachstum ausruhen. Bis zum Jahr 2037 rechnet die International Air Transport Association für den weitgehend gesättigten europäischen Flugmarkt nur noch mit einem jährlichen Wachstum von 2,0 Prozent. Gleichzeitig steigen die Fixkosten: Allein der Preis für die Gallone Kerosin stieg, laut Index Mundi, zwischen November 2016 und 2018 um 11,43 Prozent auf 1,95 Dollar.

 

Auf sechs von zehn Verbindungen zahlen Passagiere heute weniger als noch vor einem Jahr

 

Fluggesellschaften stellt die aktuelle Situation vor eine Herausforderung: Bei steigenden Kosten müssen sie Lösungen finden, um trotz schwächelnder Nachfrage möglichst profitabel zu wirtschaften. Dass viele Airlines ihr Heil in niedrigeren Preisen sehen, macht ein Vergleich mit dem Vorjahr deutlich: 62 der 100 Verbindungen, die das Verbraucherforum mydealz im Rahmen seiner Langzeitstudie analysiert hat, sind heute günstiger als noch im Januar 2018. 35 Verbindungen sind teurer geworden und bei zwei Verbindungen ist der Preis konstant geblieben. Auf der Strecke Karlsruhe-Berlin verkehrte im Januar keine Airline. Sie konnte deshalb nicht für den Vergleich berücksichtigt werden.

 

Insgesamt sind die Flugpreise im Jahresvergleich im rechnerischen Mittel um 90,07 Euro beziehungsweise 42,97 Prozent auf 119,55 Euro gefallen. Wie stark sich Angebot und Nachfrage auswirken, macht vor allem ein Blick auf die Preise für Mittelstreckenflüge zu Feriendestinationen auf den Kanaren, Mallorca, Ibiza oder den griechischen Inseln deutlich: Wer sonntags auf der Mittelstrecke fliegt, zahlt nun 14,0 Prozent (25,54 Euro) weniger als noch im Januar 2018. Wer dienstags hin- und zurückfliegt, spart gegenüber dem Vorjahr sogar 34,37 Prozent (54,48 Euro).

 

Ähnlich sieht es auf der Kurzstrecke aus: Die Zeit der Familienbesuche ist nach Weihnachten nun erst einmal vorbei. Innerdeutsche Flüge am Wochenende sind so vergleichsweise wenig nachgefragt und günstig. Im Schnitt sind sie gegenüber dem Januar 2018 um 10,21 Prozent (11,97 Euro) im Preis gefallen. Mehr als im Januar 2018 müssen einzig Reisende zahlen, die werktags auf der Kurzstrecke unterwegs sind. Wer im Januar dienstags innerdeutsch hin- und donnerstags zurückfliegt, zahlt nun 1,64 Prozent (1,81 Euro) mehr als noch vor einem Jahr.

 

Flüge auf umkämpften Strecken sind besonders preiswert

 

Neun Euro zahlen Passagiere, die am 29. Januar mit Ryanair von Frankfurt nach Palma de Mallorca und am 12. Februar wieder zurückfliegen. Die Verbindung Frankfurt-Mallorca ist damit die günstigste aller 100 Verbindungen, die das Verbraucherforum mydealz im Rahmen seiner Langzeitstudie analysiert hat. Und sie ist ein Beispiel dafür, wie hart Fluggesellschaften um manche, „prestigeträchtige“ Verbindungen kämpfen. Ganz so stark, nämlich um 1.388,89 Prozent (125 Euro), wie im Beispiel Frankfurt-Mallorca, sind die Preise zwar sonst auf keiner der 99 Verbindungen gefallen. Wer von Berlin aus oder nach Mallorca fliegt, zahlt in diesen Tagen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger als noch im Januar 2018.

 

Am stärksten sind die Preise auf der Mittelstrecke gesunken. Hier finden sich neben der Verbindung Frankfurt-Mallorca zahlreiche weitere Flüge, die im Januar 2018 noch ein Vielfaches gekostet haben. Werktags sind Mittelstreckenflüge zwischen Düsseldorf und Mallorca (-823,08 Prozent, -214,00 Euro), Berlin und Faro (-474,42 Prozent, -204,00 Euro) sowie Köln und Fuerteventura (-165,49 Prozent, -187,00 Euro) zurzeit beispielsweise deutlich preiswerter als noch vor einem Jahr. Wer sonntags auf der Mittelstrecke verkehrt, profitiert beispielsweise auf den Strecken zwischen Düsseldorf und Mallorca (-260,0 Prozent, -78,00 Euro), Wien und Mallorca (-212,50 Prozent, -102,00 Euro) sowie Hamburg und Mallorca (-112,07 Prozent, -65,00 Euro) von einem ähnlich starken Preisverfall.

 

Und auch auf der Kurzstrecke sind die Preise im Jahresvergleich auf vielen Verbindungen drastisch gesunken: Werktags-Flüge zwischen Köln und Berlin (-70,0 Prozent, -70,00 Euro), Berlin und Düsseldorf (-55,17 Prozent, -48,00 Euro) sowie Berlin und Stuttgart (-38,61 Prozent, -27,67 Euro) sind aktuell beispielsweise deutlich preiswerter als noch im Januar 2018. Gleiches trifft auf „Wochenend-Flüge“ zwischen Berlin und Düsseldorf (-55,17 Prozent, -48,00 Euro), Berlin und Köln (-53,33 Prozent, -64,00 Euro) sowie München und Köln (-45,78 Prozent, -76,00 Euro) zu.

 

Der Grund für den Preisrückgang? Angebot und Nachfrage stehen auf den genannten Strecken in einem – für Reisende – günstigen Verhältnis. Keine der genannten Verbindungen wird nur von einer Airline bedient. Im Mittel haben Reisende die Wahl zwischen 2,7 Fluggesellschaften. Flüge zwischen Düsseldorf und Mallorca werden sogar von fünf Airlines angeboten, Flüge zwischen Wien und Mallorca von drei Fluggesellschaften. Die Gleichung „Viel Wettbewerb = günstige Preise“ lässt sich dabei auf alle Hundert analysierten Verbindungen verallgemeinern: Verbindungen, die seit Januar 2018 günstiger geworden sind, werden im Schnitt von 1,95 Airlines bedient. Strecken, auf denen Fliegen nun teurer ist, befinden sich nur im Angebot von 1,47 Airlines.

 

Dass zwei oder mehr Airlines auf einer Strecke unterwegs sind, ist aber nicht immer ein Garant für fallende Preise. Manchmal übersteigt die Nachfrage auch in solchen Fällen das Angebot. Ein Beispiel sind Flüge zwischen Düsseldorf und München, ein anderes die Verbindung Berlin-Malaga. Auf beiden Strecken verkehren mit Eurowings und Lufthansa beziehungsweise Laudamotion und Lufthansa jeweils zwei Airlines. Dennoch sind die Preise drastisch gestiegen, wie die mydealz-Stichprobe zeigt: Wer dienstags von Düsseldorf nach München und donnerstags retour fliegt, zahlt Ende Januar mit 180,00 Euro 260 Prozent (130,00 Euro) mehr als noch im Januar 2018. Und wer sonntags zwischen von Berlin nach Malaga und zwei Wochen später wieder zurückfliegt, muss mit 96 Euro immerhin 41,67 Prozent (40 Euro) mehr ausgeben als noch Anfang 2018.

 

Ein unübersichtlicher Flugmarkt erschwert die Bestpreissuche

 

Wer nun angesichts der niedrigen Preise am liebsten direkt in den Flieger klettern möchte, ist fast schon zwangsläufig auf Flugsuchmaschinen wie Google Flights, Idealo, Kayak, Momondo, Skyscanner oder Swoodoo angewiesen. Der Flugmarkt ist nämlich kleinteiliger als es der erste Blick suggeriert: Auf den 25 Kurzstrecken, die früher von Airberlin bedient wurden, verkehren heute fünf Airlines. Und auf den 25 Mittelstrecken, auf denen früher die Airberlin-Tochter Niki unterwegs war, fliegen heute 19 Airlines.

 

Eurowings befördert Passagiere zwar auf zwanzig der 25 Kurzstrecken und immerhin zehn der 25 Mittelstrecken und ist damit noch breiter aufgestellt als Easyjet (zehn Kurz-, zwei Mittelstrecken), Lufthansa (zehn Kurz, sechs Mittelstrecken), Ryanair (zwei Kurz-, sieben Mittelstrecken) und Laudamotion (sieben Mittelstrecken). Ein engmaschiges Streckennetz bedeutet aber nicht, dass die Fluggesellschaften auch preiswert sind. Oft ist das Gegenteil der Fall: Die Lufthansa bietet am Wochenende und auch unter der Woche zwar Flüge auf jeweils zehn der 25 Kurzstrecken an. Sie ist aber nur in insgesamt drei der zwanzig Fälle günstiger als die Konkurrenz. Und auch Eurowings bot mit 25 der vierzig Kurz- und sechs der zwölf Mittelstreckenflüge zwar viele, aber eben nicht alle Flüge zum günstigsten Preis an.

 

Sparsame Passagiere sind so gut beraten, nicht blind bei den altbekannten Fluggesellschaften zu buchen, denn wirklich dauerhaft günstig waren beim Test nur wenige Airlines: Auf eine Bestpreisquote von 100 Prozent brachten es nur Luxair (2/2 Flüge) auf der Kurz- und Aegean Airlines (10/10), Austrian Airlines (1/1) sowie Air Europa (2/2) auf der Mittelstrecke. Knapp unter dem Optimum blieben Easyjet und Laudamotion: Easyjet verkaufte bei der Stichprobe Tickets für 18 von zwanzig Kurzstreckenflügen zu Bestpreisen und Laudamotion bot 13 von 14 Mittelstreckenflüge günstiger an als die Konkurrenz.

 

Bei den übrigen Airlines ergab sich aber ein eher durchmischtes Bild. Insgesamt wiesen die fünf auf der Kurzstrecke aktiven Fluggesellschaften eine Bestpreisquote von 63,5 Prozent und die 19 auf der Mittelstrecke aktiven Airlines sogar nur eine Bestpreisquote von 40,24 Prozent auf. Wer nicht blind bucht, sondern Preise vergleicht, kann also bei vier von zehn Kurzstrecken- und sogar bei sechs von zehn Mittelstreckenflügen sparen.

 

 

 

Medienmitteilung im pdf-Format mit Statistik-Teil: https://mdz.me/flugpreise0119

Studien:

 

Statistisches Bundesamt, „56,5 Millionen Passagiere starteten im 1. Halbjahr 2018 von deutschen Flughäfen“:  www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/08/PD18_313_464.html

 

International Air Transport Association, „IATA Forecast Predicts 8.2 Billion Air Travelers in 2037“  www.iata.org/pressroom/pr/Pages/2018-10-24-02.aspx

 

Index Mundi, „Rohstoffpreise – Kerosin“: www.indexmundi.com/de/rohstoffpreise/?ware=kerosin&monate=60

 

Methodik-Hinweis:

 

Die oben genannten Zahlen sind das Ergebnis einer Langzeitstudie, die das Verbraucherforum mydealz.de seit dem Oktober 2017 – dem letzten Monat, in dem Airberlin und Niki aktiv waren – regelmäßig durchführt, um zu ermitteln, wie sich die Flugpreise auf den damals 25 von Airberlin betriebenen Kurzstrecken- und 25 von Niki betriebenen Mittelstreckenverbindungen entwickeln. Berücksichtigt werden hierbei jeweils, soweit möglich, Direktflüge mit einer Vorlaufzeit von drei Wochen. Auf der Kurzstrecke finden die Hinflüge entweder dienstags oder freitags statt, die Rückflüge donnerstags oder sonntags. Auf der Mittelstrecke finden Hin- und Rückflug entweder dienstags oder sonntags statt.

 

 

Über mydealz:

 

mydealz (www.mydealz.de) wurde im Jahr 2007 von Fabian Spielberger als Blog gegründet und ist heute mit 35,5 Millionen Sessions pro Monat das größte deutsche Social-Commerce-Netzwerk. 6,7 Millionen Konsumenten nutzen mydealz monatlich, um Angebote einzustellen, zu diskutieren und zu bewerten und so Produkte zu den besten Konditionen am Markt zu finden. Seit 2014 ist mydealz Teil der Pepper.com-Gruppe, die als weltweit größte Shopping-Community 25 Millionen Verbraucher pro Monat erreicht und 12.000 Kaufentscheidungen pro Minuten beeinflusst. Zu Pepper.com zählen neben mydealz die Plattformen Buenosdeals (USA), CholloMetro (Spanien), Dealabs (Frankreich), DesiDime (Indien), HotUKDeals (Großbritannien), NL.Pepper.com (Niederlande), Pelando.com.br (Brasilien), Pelando.sg (Singapur), Pepper.co.kr (Süd-Korea), Pepper.pl (Polen), Preisjäger (Österreich) und Promodescuentos (Mexiko).

 

Pressekontakt:

 

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