Online-Shops im Service-Check: So können Konsumenten im Internet sicher bezahlen

Berlin, 10. März 2016. 52,8 Milliarden Euro gaben deutsche Konsumenten, einer Studie des Centre for Retail Research zufolge, letztes Jahr für Bestellungen im Internet aus. Der deutsche Online-Handel wuchs damit zwar um 23,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zu Großbritannien (61,84 Milliarden Euro) und den USA (254,89 Milliarden Euro) ist Deutschland jedoch unverändert weit abgeschlagen. Noch immer sieht jeder zweite Konsument vom Einkauf im Internet ab. Als Grund hierfür nannte jeder vierte Befragte (27 Prozent) bei einer Studie des Statistischen Amts der EU (Eurostat) Sicherheitsbedenken. Jeder Achte (13 Prozent) gab an, ihm fehle eine „Karte für Zahlungen über das Internet“. Dabei bieten die meisten deutsche Online-Shops sichere Alternative zur Kreditkarte. Das Social-Commerce-Portal mydealz.de hat die fünfzig größten Online-Shops einem Service-Check unterzogen und erklärt, wie Konsumenten sicher im Internet bezahlen können.

 

Mit der Lastschrift wird ein sicheres Zahlungsmittel nur noch selten angeboten

Vor allem die Bezahlung per Lastschrift bietet Konsumenten Sicherheit beim Online-Shopping. Einer Belastung ihres Girokontos können sie bei ihrer Bank innerhalb von acht Wochen widersprechen und so den gezahlten Kaufbetrag zurückerhalten. Nötig ist dies beispielsweise dann, wenn das bestellte Produkt nicht oder beschädigt geliefert wird und der Händler die erneute Lieferung bzw. den Umtausch verweigert.

 

Problematisch ist jedoch, dass immer weniger Online-Shops die Bezahlung per Lastschrift anbieten. mydealz hat ermittelt, dass gerade einmal 18 der führenden fünfzig Internethändler noch die Lastschrift als Zahlungsmethode akzeptieren. Immerhin: 17 von ihnen verzichten hierfür auf die Berechnung einer zusätzlichen Gebühr. Einzig Beate Uhse schlägt pauschal zwei Euro auf den Kaufbetrag auf. Die Gründe für den Rückgang der Lastschrift als Zahlungsmittel sind divers:

 

Eine Ursache ist die zum 1. August 2014 in Kraft getretene SEPA-Verordnung: Kunden, die per Lastschrift bezahlen möchten, müssen Unternehmen seitdem ein so genanntes „SEPA-Mandat“, also eine Einzugsermächtigung erteilen. Den organisatorischen Aufwand sieht das Gesetz beim Unternehmen. Doch viele Online-Händer scheuen den Mehraufwand. „Durch die Umstellung auf SEPA entsteht eine zeitaufwändige Mandatsabwicklung, die eine Auslieferung Ihrer Bestellung verzögern würde. Im Zuge dessen hat sich real,- entschieden, die Bezahlmethode Lastschrift im Onlineshop nicht weiter zu verwenden“, teilt die Supermarktkette Real beispielsweise auf ihrer Internetseite mit.

Viele Händler scheinen zudem ein gewisses Misstrauen gegenüber ihren Kunden zu empfinden. Alle 18 Händler machen das Angebot, den Kaufpreis per Lastschrift einzuziehen, jedenfalls von der Bonität des jeweiligen Kunden abhängig. Dienstleister wie die schwedische Klarna AG, die Berliner BillPay GmbH oder die PayPal-Tochter BillSafe prüfen die Zahlungsmoral der Kunden. Der Modehändler Zalando macht es zusätzlich von der Bestellhistorie eines Kunden abhängig, ob dieser per Lastschrift bezahlen darf.

 

PayPal und Kreditkarte als oft verfügbare und sichere Alternativen

Eine für Konsumenten sichere Alternative zur Lastschrift ist die Bezahlung per PayPal oder Kreditkarte.  Beide Zahlungsarten werden von den meisten Händlern angeboten und bieten Konsumenten umfangreichen Schutz im Fall einer ausbleibenden Lieferung. Bei PayPal greift in solchen Fällen der Käuferschutz und PayPal erstattet den vollen Rechnungsbetrag inklusive der Versandkosten. Belastungen der Kreditkarte kann — ähnlich wie Lastschriften — innerhalb von acht Wochen widersprochen werden.

 

Bei 45 der fünftzig führenden deutschen Online-Shops können Konsumenten mit ihrer Kreditkarte bezahlen, bei vierzig mit PayPal. Käufer sollten jedoch darauf achten, ob durch die Wahl des Zahlungsmittels zusätzliche Kosten entstehen. Der Elektronik-Händler Mindfactory berechnet beispielsweise pauschal 1,70 Euro zusätzlich bei der Zahlung mit PayPal. Beim ebenfalls auf Elektronikprodukte spezialisiertem Online-Shop Alternate sind es 1,99 Euro. Alternate ist auch der einzige der fünfzig von mydealz analysierten Händler, der die Gebühren für die Zahlung mit Kreditkarte gesondert ausweist: Auch hier werden 1,99 Euro fällig.

 

Wer mit einer Kreditkarte von American Express oder Diners Club bezahlen möchte, muss allerdings deutlich länger nach einem für ihn geeigneten Online-Shop suchen als Inhaber einer Master- oder Visacard. Bei allen Händler, die Kreditkarten akzeptieren, können letztere problemlos bezahlen. Eine American Express als Kreditkarte wird zurzeit hingegen nur von 28 der fünfzig führenden Online-Shops angenommen, eine Kreditkarte von Diners Club sogar nur von zwei Internethändlern: dem Elektronikhändler Conrad.de und Thomann.de, einem Fachhändler von Musikinstrumenten und -zubehör.

 

Den Kauf auf Rechnung bieten 28 der fünfzig größten Online-Händler an

Auch der Kauf auf Rechnung bietet Konsumenten Sicherheit beim Online-Shopping, ist allerdings bei manchen der fünfzig untersuchten Händlern mit Fallstricken verbunden. Beate Uhse berechnet  — anders als die 27 übrigen Händlern, die diese Zahlungsweise anbieten — beispielsweise pauschal zwei Euro mehr, wenn ein Kunde den Kaufbetrag lieber auf Rechnung begleichen möchte. Und der Gebrauchtwarenhändler Rebuy.de sowie Amazon bemessen die Frist, in der Kunden die Rechnung begleichen müssen, deutlich kürzer als die übrigen getesteten Online-Shops: Nur sieben Tage räumt Rebuy seinen Kunden ein. Amazon bittet sogar um die unverzügliche Begleichung der Rechnung. Bei den meisten Händlern sind es hingegen 14 Tage, bei Allyouneed.com sogar dreißig Tage.

 

Konsumenten sollten das Kleingedruckte vor dem Rechnungskauf also aufmerksam lesen und auf Angaben zu möglichen Zusatzkosten und zum Zahlungsziel achten. Zahlungsfristen von weniger als 14 Tagen beißen sich beispielsweise mit dem gesetzlich verankerten Widerrufsrecht: Dieses räumt Konsumenten das Recht ein, ein im Internet oder telefonisch bestelltes Produkt 14 Tage lang zu testen und bei Nichtgefallen vom Kauf zurückzutreten. In diesen Fällen ist der Händler verpflichtet, ihnen den Kaufbetrag zu erstatten, allerdings können bei manchen Händlern Kosten für die Rücksendung anfallen.

 

Die Zahlung per Nachnahme oder Abholung ist teurer, aber vergleichsweise sicher

Ähnlich wie der Rechnungskauf bietet auch die Bezahlung per Nachnahme oder bei Abholung im Ladengeschäft Konsumenten die Sicherheit, nur für Produkte zu bezahlen, die sie auch tatsächlich erhalten. 18 der fünfzig führenden Online-Shops bieten ihren Kunden diese Zahlungsweise an. Bei den Elektronikfachhändlern Media Markt, Saturn, Notebooksbilliger.de, beim Musikfachhändler Thomann und bei der Supermarktkette Real können im Online-Shop bestellte Produkte zudem im Laden abgeholt und hier vor dem Kauf noch einmal auf eventuelle Schäden geprüft werden.

 

Mit zusätzlichen Kosten müssen Konsumenten bei neun der 18 Händler rechnen, wenn sie ihre Bestellung per Nachnahme bezahlen möchten. Mit 1,50 Euro bzw. 2 Euro sind Beate Uhse und Conrad.de noch am günstigsten. Die Online-Shops von Eis.de (4,50 Euro) und Mindfactory.de (4,90 Euro) liegen preislich im Mittelfeld. Teurer fällt die Nachnahme bei Alternate.de (6 Euro), H&M (6 Euro), BilligArena.de (6,80 Euro) und Mytoys.de (7 Euro) aus. Der Elektronikhändler Redcoon berechnet abhängig vom Bestellwert eine Nachnahmegebühr zwischen fünf und zehn Euro.

 

Die Zahlung per Überweisung ist weit verbreitet, birgt jedoch Fallstricke

Die Überweisung ist neben der Kreditkarte und PayPal das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel im Online-Handel. 37 der fünfzig führenden Händler bieten ihren Kunden an, den Kaufbetrag entweder im Voraus oder per Sofort-Überweisung zu bezahlen. Unternehmen wie die schwedische Klarna SE, die Sofort GmbH und die von diversen Banken und Sparkassen gegründete Paydirekt GmbH sorgen als externe Dienstleister für eine technisch sichere Abwicklung der Zahlung.

 

Zusätzliche Kosten für die Zahlung per Überweisung entstehen bei keinem der fünfzig von mydealz getesteten Online-Shops. Konsumenten sollten Geld dennoch nur an bekannte Händler überweisen, denn die Überweisung bietet gegenüber anderen Zahlungsweisen einen entscheidenden Nachteil: Ist der Kaufbetrag einmal überwiesen kann er — anders als bei der Lastschrift oder der Zahlung per Kreditkarte — nicht wieder zurückgebucht werden. Zudem entfällt bei der Überweisung auch der Käuferschutz, den PayPal garantiert.

 

Weit verbreitet, für Konsumenten jedoch problematisch ist der Kauf auf Raten

Auf den ersten Blick kundenfreundlich, bei genauerem Hinsehen problematisch ist die große Verbreitung der so genannten „Ratenzahlung“: 18 der fünfzig führenden Online-Händler (36 Prozent) bieten Konsumenten an, die Rechnung für ihren Online-Kauf in Raten zu begleichen. Für Händler ist dieses Angebot gleich doppelt attraktiv: Sie steigern ihre Verkaufszahlen, indem sie eigentlich nicht zahlungskräftige Konsumenten als Kunden gewinnen. Und sie erhalten von den Banken eine Provision für die Vermittlung jedes Ratenkredits.

 

Verbraucherschützer warnen jedoch vor dem Ratenkauf — vor allem wegen der teils hohen Folgekosten: Mit Media Markt, Real und Saturn bieten nur drei fünfzig führenden Online-Shops einen zinsfreien Ratenkredit an. Bei den übrigen 15 Internethändlern beträgt der effektive Jahreszins hingegen zwischen 5,5 Prozent (Hornbach.de) und 17,8 Prozent (Mytoys.de). Das auf den ersten Blick attraktive Schnäppchen aus dem Netz verteuert sich so schnell. Ändert sich die Einkommenssituation und können offene Forderungen nicht bedient werden, entwickelt sich der Ratenkauf zudem zur Schuldenfalle. Eine Studie der Creditreform hat ergeben, dass ein unwirtschaftliches Konsumverhalten 2015 in 11,5 Prozent der Fälle zur Überschuldung führte.

 

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Link zur Eurostat-Studie: http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/7103361/4-11122015-AP-DE.pdf/7a54465c-e6c0-47aa-9b0f-9b17761f38e1

 

Link zur Studie des Centre for Retail Research: www.retailmenot.de/studien/internationale-ecommerce-studie-2016

 

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