Amazon Prime, eBay Plus und 18 weitere Treueprogramme im Test: So attraktiv sind Premium-Mitgliedschaften und Versandflatrates wirklich

Berlin, 3. Juni 2016.  Amazon-Kunden in Berlin erhalten ihre bestellten Produkte nun schon innerhalb von nur einer Stunde. Vorausgesetzt, sie sind Inhaber einer kostenpflichtigen „Amazone Prime“-Mitgliedschaft – einer Art Treueprogramm, mit dem neben Amazon auch eBay und 18 weitere Online-Shops versuchen, ihre Kunden zu binden. Gegen Bezahlung sollen Verbraucher von bestimmten Vorteilen profitieren. So ist zumindest der Plan der Händler. Doch eine Premium-Mitgliedschaft oder Versandflatrate lohnt sich längst nicht für jeden Kunden, wie ein Test der Deal-Plattform mydealz.de zeigt.

 

Sie nennen sich „Amazon Prime“, „eBay Plus“, „Asos Premier-Lieferung“, „Versandkostenflatrate“ oder schlicht „Flatrate“ und haben alle ein Ziel: Mit Kundenbindungsprogrammen möchten Shopping-Portale und Internethändler Kunden an sich binden – und bieten ihnen hierfür gewisse Vorzüge: Zugang zu exklusiven Angeboten beispielsweise, die Nutzung von Streaming-Diensten, die Lieferung am gleichen Tag oder schlicht den Wegfall von Versandkosten. Was auf den ersten Blick attraktiv klingt, lohnt sich aber nicht für jeden.

 

Premium-Mitgliedschaften und Versandkostenflatrates rechnen sich meist erst ab dem fünften Kauf

Wer mit dem Gedanken spielt, Premium-Kunde zu werden oder eine Versandkostenflatrate zu buchen, sollte sein Einkaufsverhalten genau hinterfragen: Für „Amazon Prime“ werden zurzeit 49, für „eBay Plus“ 29 Euro fällig und Versandkostenflatrates wie die „Premier-Lieferung“ des Modehändlers Asos kosten im Schnitt 22,17 Euro. Bei sonst anfallenden Versandkosten von durchschnittlich 5,45 Euro müssen Konsumenten so in der Regel mindestens fünf Mal beim gleichen Online-Shop bestellen, damit sich die Ausgaben für die Flatrate rentieren.

 

Der direkte Vergleich zeigt Ausreißer, nach oben wie nach unten: Bei Versandkosten von 4,90 Euro und einem Preis von 49 Euro für die „Premium-Versandkostenflatrate“ lohnt sich die Buchung beim Feinkost-Händler Gourmondo so beispielsweise erst ab der elften Bestellung innerhalb von zwölf Monaten. Deutlich realistischer fällt die Zahl der erforderlichen Bestellungen hingegen bei den Online-Shops von Danato, Baur, Heine, Jako-o, SMDV und des Weinguts Metzler aus: Bei Danato rentiert sich der Kauf der Versandkostenflatrate schon ab dem zweiten, bei Baur, Heine, Jako-o, SMDV und dem Weingut Metzler ab der dritten Bestellung.

 

Eine Sonderrolle spielt der Modehändler Asos: Gekaufte Produkte stellt der Modehändler generell kostenfrei innerhalb von zwei bis drei Tagen zu. Wer Pullover, Hemd oder Hose schon am nächsten Werktag braucht, muss für den Versand hingegen 15 Euro zahlen. Und genau auf die Express-Zustellung bezieht sich auch die „Asos Premier-Lieferung“. Sie kostet zwanzig Euro und rechnet sich so theoretisch schon ab zwei Bestellungen pro Jahr – vorausgesetzt man möchte die bestellte Mode möglichst schnell erhalten.

 

 

Auch eine Versandkostenflatrate befreit nicht immer vom Mindestbestellwert

Zusätzlich zur reinen Zahl der Bestellungen sollten Verbraucher auch einen Blick auf den Mindestbestellwert des jeweiligen Shops werfen, denn eine Versandkostenflatrate bedeutet nicht zwingend, dass der Händler auch jede Bestellung „kostenfrei“ zustellt. Tatsächlich handhabt dies jeder Online-Shop unterschiedlich. 13 der zwanzig analysierten Online-Shops verzichten bei Kunden mit Versandflatrate auf den Mindestbestellwert, bei den sieben übrigen muss der Wert der Ware bei jeder Bestellung einen gewissen Wert erreichen.

 

Beim nötigen Warenkorbwert ergeben sich große Unterschiede: So nehmen SMDV und Voelkner Bestellungen von Flatrate-Inhabern schon ab 9,95 Euro entgegen. Schraubenhimmel.de, ein Online-Shop für Heimwerkerbedarf, setzt als Untergrenze 15 Euro an. Vergleichsweise teuer sind die vier Online-Shops Alles-fuer-Selbermacher.de, Gourmondo.de, Jako-o.de und Staghorn.de mit einem Mindestbestellwert von 20 Euro. Sie werden nur noch von den Nischenanbietern Die Linofaktur und Sweet Crafts übertroffen: Der Versender von Hundehalsbänder und der Shop für Nähbedarf setzen beide 25 Euro als Untergrenze an.

 

Premium-Mitgliedschaften und Versandkostenflatrates gelten in der Regel für zwölf Monate

Attraktiv werden Premium-Mitgliedschaften und Versandkostenflatrates vor allem durch ihre lange Laufzeit. Bei 16 der zwanzig von mydealz analysierten Angebote können Konsumenten nach der einmaligen Zahlung ein Jahr lang versandkostenfrei online einkaufen. Bei den Online-Shops von Alles für Selbermacher, Staghorn und Sweet Crafts bleiben ihnen immerhin sechs Monate Zeit, um auf die fünf, sechs beziehungsweise vier Bestellungen zukommen, die nötig sind, damit sich der Kauf einer Versandkostenflatrate rechnet.

 

Äußerst knapp bemisst hingegen Kindana die Laufzeit seiner Flatrates mit wahlweise einem, zwei oder drei Monaten. Beim Online-Shop für Kindermode müssen Inhaber einer Flatrate so innerhalb von einem Monat vier Mal, innerhalb von zwei Monaten sechsmal und innerhalb von drei Monaten sogar neunmal bestellen, damit sich der Kauf einer Versandkostenflatrate für sie wirklich rechnet. Andernfalls zahlen sie bei Flatratepreisen von 15, 27 beziehungsweise 40 Euro und einer normaler Weise anfallenden Versandpauschale von 4,95 Euro drauf.

 

Bei Retouren zeigt sich trotz Versandkostenflatrate nur jeder zweite Händler kulant

Die meisten Versandkostenflatrates sind eine Einbahnstraße: Zwar entfallen die Portokosten für den Versand der Ware vom Händler zum Kunden. Wer ein Produkt umtauschen möchte, ist jedoch auch als Inhaber einer Flatrate auf die Kulanz des jeweiligen Online-Shops angewiesen – und auch hier zeigen sich große Unterschiede: So fanden die Tester von mydealz heraus, dass elf der zwanzig Händler bei Retouren auch Inhaber von Flatrates in der Pflicht sehen, das Porto für den Rückversand zu zahlen.

Eine positive Ausnahme sind die Online-Shops von Amazon, Asos, Baur, Danato, eBay, Heine, Jako-o, SMDV und Voelkner. Diese acht Händler übernehmen die Kosten für den Rückversand, wenn der Kunde die erhaltene Ware innerhalb von 14 Tagen zurückschickt. Sane Essence, ein Versandhändler für Bio-Lebensmittel, trägt die Kosten für den Rückversand immerhin dann, wenn der Wert der Ware die Grenze von 40 Euro übersteigt.

 

eBay Plus und speziell Amazon Prime bieten mehr als eine Versandkostenflatrate

Wer einzig mit dem Gedanken spielt, Amazon Prime- oder eBay Plus-Kunde zu werden, um Versandkosten zu sparen, sollte lieber vom Kauf absehen. Bei eBay Plus sind bei jährlichen Kosten von 19,90 Euro sieben Bestellungen, bei Amazon Prime bei einer Jahresgebühr von 49 Euro sogar 17 Bestellungen nötig, damit sich die Mitgliedschaft rechnet.

 

Beide Programme richten sich zwar auch an Vielbesteller, bieten darüber hinaus jedoch weitere geldwerte Vorteile: Bei eBay und Amazon haben Plus- beziehungsweise Prime-Kunden Zugang zu speziellen Angeboten und profitieren bei einigen Produkten von der kostenfreien Zustellung am gleichen Tag. Amazon bietet Kunden in Berlin zudem seit einigen Tagen unter dem Namen „Amazon Prime Now“ die Zustellung von Produkten innerhalb von 60 Minuten.

 

Inhaber einer kostenpflichtigen „Amazon Prime“-Mitgliedschaft erhalten ohne Mehrkosten zudem Zugang zu den Multimedia-Diensten Prime Video, Prime Music zur Kindle Leihbücherei und können den Speicherdienst Amazon Cloud Drive nutzen. Wer hiervon intensiv Gebrauch macht, für den sind die 49 Euro Jahresgebühr ein Spartarif.

 

Das Abonnement von Amazon Prime und eBay Plus muss rechtzeitig gekündigt werden

Bei allen Vorteilen, die Amazon Prime und eBay Plus bieten, bergen beide Programme jedoch auch einen Fallstrick: Verbraucher schließen mit dem Kauf von Amazon Prime und eBay Plus ein Abonnement ab, das sich stillschweigend um weitere zwölf Monate verlängert, sollte es nicht rechtzeitig vorher gekündigt werden. Wer es versäumt zu kündigen, muss so weitere 49 beziehungsweise 19,90 Euro bezahlen – unabhängig davon, ob er die Vorteile von Amazon Prime und eBay Plus überhaupt weiter nutzen möchte.

 

Positiv ist, dass sich die Abonnements von Amazon Prime und eBay Plus unkompliziert zum Ende der zwölfmonatigen Laufzeit kündigen lassen. Eine entsprechende Option finden Amazon- und eBay-Kunden nach dem Login in ihrem jeweiligen Nutzerkonto. Eine Frist muss bei beiden Portalen nicht beachtet werden. Ähnlich unkompliziert lässt sich übrigens auch die Probe-Mitgliedschaft kündigen, die Amazon und eBay zurzeit kostenfrei für einen Monat anbieten.

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