(Fünf) Flugpreis-Mythen auf dem Prüfstand: Diese Wege führen wirklich zum günstigsten Flug

Berlin, 21. Februar 2017. Frühlingszeit ist Urlaubszeit – und die verbringen immer mehr Deutsche in der Sonne. Einer Studie der „Stiftung für Zukunftsfragen“ zufolge, planen 44 Prozent der Deutschen in diesen Tagen in den Urlaub zu fahren. Zwei von drei Reisenden zieht es dabei in die Ferne. Und damit stellt sich eine alte Frage: Wie bucht man einen günstigen Flug? Das Verbraucherforum mydealz.de hat den fünf meist verbreiteten Flugpreis-Mythen auf den Zahn gefühlt, um aktuelle Antworten auf diese Frage zu finden.

 

Mythos 1: Flüge an Werktagen sind günstiger als Flüge am Wochenende

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Standhaft hält sich deshalb das Gerücht, Flüge am vermeintlich verkehrsreichen Wochenende seien teurer als Flüge an Werktagen. Das Verbraucherforum mydealz.de ist dem nachgegangen und hat die Preise für 100 verschiedene Flüge zu Zielen der Kurz-, Mittel- und Langstrecke verglichen. Das Ergebnis zeigt: Entscheidend für die Nachfrage und damit letztlich den Preis ist weniger der Wochentag, sondern eher die Flugroute.

 

So waren beim Test 30 von 33 Mittelstrecken- und 33 von 36 Langstrecken-Flügen zu klassischen Urlaubszielen wie Gran Canaria, Miami oder Thailand dienstags günstiger als sonntags. Die durchschnittliche Ersparnis betrug 35,23 Prozent (161,50 Euro) auf der Mittel-, beziehungsweise 24,58 (413,36 Euro) auf der Langstrecke. Auf der Kurzstrecke zeigte sich jedoch ein gemischtes Bild: Nur 14 von 30 Flügen waren beim Test dienstags günstiger als sonntags (Mittel 31,91 Prozent, 58,07 Euro). Elf weitere Flüge kosteten an beiden Wochentagen exakt das Gleiche und bei immerhin fünf Flügen waren die Preise dienstags höher, nämlich durchschnittlich um 15,93 Prozent (26,80 Euro).

 

Das gut ausgebaute Streckennetz und der inzwischen hohe Anteil an Geschäftsreisenden auf Strecken wie denen zwischen Berlin und Düsseldorf oder Hamburg und München dürften der Grund für dieses Phänomen sein. Reisende sollten bei Flügen innerhalb Deutschlands deshalb lieber zwei Mal hinsehen, ob ein Flug unter der Woche wirklich den erhofften Preisvorteil mit sich bringt oder ob es sich nicht doch auszahlen kann, schon samstags oder sonntags in den Flieger zu steigen. Immerhin belegen am Wochenende traditionell die meisten Hotels ihre Zimmer neu während Check-ins unter der Woche meist Mehrkosten mit sich bringen.

 

Mythos 2: Zwischenstopps schonen die Reisekasse

„Komfort hat seinen Preis“ lautet ein altes Sprichwort – und der Legende nach gilt das auch für Flüge. Wer nun glaubt, dass ein, zwei Zwischenladungen automatisch die Reisekasse schonen, täuscht sich aber: Einzig auf Flügen der Langstrecke zahlt es sich (fast) immer aus, unterwegs den Flieger zu wechseln. Hier konnten die Tester von mydealz mit Zwischenstopps bei ganzen 38 von 40 Verbindungen Geld sparen – 51,29 Prozent (1.271,10 Euro) mit einem und 56,28 Prozent (1.326,30 Euro) mit zwei Zwischenstopps. Wer beispielsweise auf dem Weg von Düsseldorf nach Tokio in Amsterdam und Shanghai zwischenlandet, ist zwar sechs Stunden länger unterwegs, zahlt statt 2.279,84 aber auch nur 471,77 Euro.

 

Auf die Kurz- und Mittelstrecke lässt sich dieser Spartrick aber nur bedingt übertragen: Auf der Kurzstrecke waren Direktflüge auf ganzen 21 von 28 Routen preiswerter – durchschnittlich 78,87 Prozent (23,61 Euro) gegenüber Flügen mit einem und satte 225,27 Prozent (113,29 Euro) gegenüber Flügen mit zwei Zwischenstopps.  Und auf der Mittelstrecke ergab sich beim Test ein gemischtes Bild: Direktflüge waren in 15, Flüge mit wenigstens einem Zwischenstopp in 16 von 31 Fällen preiswerter. Wer auf dem Weg von Frankfurt nach Dubai in Istanbul und Doha aufsetzt (Flugzeit: 14:40 h statt 6:20 h), zahlt statt 475 so nur 105 Euro während ein „Verzicht“ auf Zwischenstopps auf dem Weg von Berlin nach Athen einen Preisvorteil von 103,03 Prozent (33 Euro) bietet.

 

Für Reisende kann es sich so theoretisch auch bei Flügen innerhalb Deutschlands und Europas rechnen, nicht auf dem kürzesten Weg zum Urlaubsziel zu jetten. Eine „Garantie“, durch Zwischenstopps tatsächlich Geld zu sparen, gibt es indes nur auf der Langstrecke – und auch hier können Direktflüge in Einzelfällen preiswerter sein.

 

Mythos 3: Flüge von ausländischen Flughäfen sind günstiger

7,50 Euro beträgt die Luftverkehrsabgabe bei Kurz-, 23,43 Euro bei Mittel- und 42,18 Euro bei Langstreckenflügen. Deutschland berechnet damit europaweit mit die höchsten Flugsteuern. Und viele sparsam Reisende setzen deshalb auf Flughäfen im Ausland – in Dänemark, den Niederlanden, Österreich oder in Tschechien beispielsweise. Alle vier Länder haben eins gemeinsam: Sie berechnen entweder keine Flugsteuern (Dänemark, Tschechien) oder setzen diese deutlich niedriger an (Österreich: 7, 15 bzw. 35 Euro; Niederlande: 11 bzw. 40 Euro). Aber zahlt es sich wirklich aus, wenn der Flieger nicht in Berlin, Düsseldorf, Köln/Bonn, München, Frankfurt oder Hamburg, sondern in Prag, Amsterdam, Wien oder Billund abhebt?

 

Auch dieser Frage sind die Tester von mydealz nachgegangen. Als echtes Schnäppcheneldorado entpuppte sich dabei der Flughafen Amsterdam-Schiphol: 13 von 17 Flügen waren ab Amsterdam günstiger als ab Düsseldorf (Preisvorteil: 28,96 Prozent, 217,31 Euro) und sogar 14 von 16 Flügen (36,22 Prozent, 376,07 Euro) preiswerter als ab Köln. Weder Prag (10/16 Flügen, 24,96 Prozent, 183 Euro) noch Wien (9/17 Flügen, 25,39 Prozent, 218,78 Euro) schnitten im Vergleich mit Berlin beziehungsweise München ähnlich gut ab. Und für Reisende aus Hamburg dürfte sich die Fahrt ins dänische Billund noch seltener lohnen: Nur 5 der 16 für die Analyse herangezogenen Flüge waren ab Billund preiswerter als ab Hamburg. Mit 22,59 Prozent (104,60 Euro) fiel die durchschnittlich Ersparnis zudem vergleichsweise gering aus.

 

Von den Steuerunterschieden können Reisende so nur dann verlässlich profitieren, wenn der Weg in die Niederlande für sie nicht allzu lang und kostspielig ist. Reisende aus dem Norden, Süden und Osten Deutschlands haben hingegen oft das Nachsehen. Flüge ab Billund, Prag oder Wien können günstiger sein. Oft bringen sie jedoch auch Mehrkosten mit sich. Ein Flugpreis setzt sich eben aus mehr als Steuern zusammen.

Mythos 4: Wer Hin- und Rückflug einzeln bucht, zahlt drauf

Gründe, Hin- und Rückflug getrennt zu buchen, gibt es viele: Dienstreisen von unbestimmter Dauer, ein erkranktes Familienmitglied oder eine auf drei, vielleicht aber auch auf vier Wochen angelegte Rucksacktour durch Südostasien beispielsweise. In allen Fällen macht es Sinn, flexibel zu bleiben. Aber sind hiermit auch zwangsläufig Mehrkosten verbunden? Um das herauszufinden, hat mydealz für 100 Flugrouten jeweils vier Buchungen simuliert: Die Tester wollten wissen, wie teuer Hinflüge während der Osterferien am 9. und 11. April und Rückflüge am 23. und 25. April sind, wenn man sie zusammen oder einzeln bucht.

 

Das Testergebnis dürfte manchem gern flexibel Reisenden einen Strich durch die Rechnung machen: Auf 71 von 100 Strecken hätten die Tester von mydealz draufgezahlt, wenn sie Hin- und Rückflug getrennt gebucht hätten. Und die Mehrkosten hatten es durchaus in sich: 70,89 Prozent oder 496,93 Euro verlangten die Fluggesellschaften beim Test durchschnittlich mehr – für das Risiko, dass sie einen Passagier nur hin befördern, auf dem Rückflug aber einen leeren Sitz finanzieren müssen. Allerdings zeigten sich bei den Streckentypen große Unterschiede: Je kürzer die Flugdistanz, desto höher scheint die Bereitschaft der Airlines, günstige One-Way-Tickets zu verkaufen.

 

Während bei 31 der 36 analysierten Langstreckenflüge ein Aufpreis von durchschnittlich 84,5 Prozent (775,82 Euro) für One-Way-Tickets fällig geworden wäre, kehrte sich das Verhältnis auf der Mittelstrecke praktisch um: Für 4 von 32 Strecken konnten die Tester von mydealz ohne Aufpreis One-Way-Tickets buchen und bei elf weiteren wäre es sogar durchschnittlich 16,06 Prozent (64,14 Euro) günstig gewesen, Hin- und Rückflug getrennt zu buchen. Ein ähnliches Phänomen zeigte sich auf der Kurzstrecke. Zwar wäre es hier in 23 von 30 Fällen im Mittel 33,76 Prozent (39,20 Euro) teurer gewesen, Hin und Rückflug getrennt zu buchen. Bei immerhin sieben Flügen hätten die Tester so aber einen Preisvorteil von durchschnittlich 13,19 Prozent (17,93 Euro) erzielt.

 

Mythos 5: Flugsuchmaschinen weisen den Weg zum günstigsten Flug

Internetseiten wie Fluege.de, Google Flights, Kayak, Skyscanner und Swoodoo gelten gemeinhin als „Wunderwaffe“ preisbewusster Reisender: Mit ihnen können Reisende die Angebote von Dutzenden Airlines und Reisevermittlern durchforsten und sich so schnell einen Überblick über die aktuell verfügbaren Preise verschaffen. Zumindest ist das die Theorie. Wie die Praxis aussieht, wollte mydealz wissen und hat die zehn größten Flugsuchmaschinen auf die Probe gestellt: Für 75 One-Way-Flüge wollten die Tester mit zehn Flugsuchmaschinen den jeweils günstigen Preis ermitteln.

 

So leicht wie die Aufgabe war, so verschieden waren aber auch die Ergebnisse: Zwar waren alle Flugsuchmaschinen „gut sortiert“: Im Schnitt ließen sich mit ihnen Preise für 69 von 75 Verbindungen ermitteln. Die Qualität der Ergebnisse unterschied sich jedoch stark. Zwar behaupteten alle Suchmaschinen, den jeweils besten Preis gefunden zu haben. Tatsächlich stimmte dies im Schnitt jedoch nur für die Hälfte (53,72 Prozent) aller Sucheregebnisse. Noch am besten schnitten Skyscanner (Bestpreisquote: 82,19 Prozent), Google Flights (77,46 Prozent) und Swoodoo (75,34 Prozent) ab. Gleich fünf von zehn Suchmaschinen ermittelten jedoch für mehr als die Hälfte der Flüge den falschen Bestpreis: Fluege.de (Bestpreisquote: 48,61 Prozent), Idealo (42,86 Prozent), Flug24.de (38,24 Prozent), Check24 (27,14 Prozent) und Priceline (7,25 Prozent).

 

Für Reisende bringt das große Unsicherheit mit sich. Zwar können sie mit Flugsuchmaschinen viel Zeit auf der Suche nach dem günstigsten Weg in den Urlaub sparen. Auf die Aussage eines einzigen Portals sollten sie sich jedoch nicht verlassen. Vielmehr empfiehlt es sich, zwei, drei Portale zurate zu ziehen.

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