Umfrage zum Reiseverhalten: Deutsche mögen’s lieber klassisch als exotisch

Berlin, 7. März 2017. Morgen beginnt in Berlin die Internationale Tourismus Börse (ITB) und laut Veranstaltern handelt es sich bei ihr um die größte Tourismus-Messe der Welt. Doch vielen Reisenden scheint die ITB völlig fremd zu sein. Dies jedenfalls legt eine Umfrage des Verbraucherforums mydealz.de nahe: Satte 62,2 Prozent von 2.531 Befragten antworteten auf die Frage, ob ihnen die Internationale Tourismus Börse ein Begriff sei, mit einem klaren „Nein“. Und von den 37,8 Prozent, die die ITB kennen, lässt sich – der Umfrage zufolge – nur knapp jeder fünfte (19,3 Prozent) von Messen in seinem Buchungs- und Reiseverhalten beeinflussen.

 

Schlechte Zeiten also für Tourismus-Unternehmen? Die Umfrage spricht eine andere Sprache: Zum einem dürften sich vor allem ältere Reisende von der ITB inspirieren lassen: 55,6 Prozent der 55- bis 64jährigen und 54,2 Prozent der über 65jährigen gaben bei der mydealz-Umfrage an, die ITB zu kennen. Und jeder Fünfte von ihnen (19,7 Prozent beziehungsweise 19,8 Prozent) ist, eigenen Angaben zufolge, interessiert an Reisetrends und offen für Anregungen. Zum anderen sind die Deutschen in diesem Jahr so reisefreudig wie selten zuvor: 78,4 Prozent aller Befragten fahren dieses Jahr in den Urlaub. Und knapp jeder Dritte (30,5 Prozent) plant sogar mindestens zweimal zu verreisen.

Mehr als die Hälfte Deutschen gibt 1.000 Euro und mehr für den Urlaub aus

Für ihren Urlaub greifen viele Deutsche dabei tief in die Tasche: 58,6 Prozent der Befragten gaben bei der mydealz-Umfrage an, mehr als 1.000 Euro für ihren Haupturlaub ausgeben zu wollen. 15,0 Prozent planen sogar mit Ausgaben von 2.000 Euro und mehr. Und nur jeder Sechste (15,5 Prozent) peilt Ausgaben von weniger als 500 Euro an. Allerdings unterscheiden sich die einzelnen Altersgruppen stark: Je älter die Reisenden sind, desto größer scheint ihre Reisekasse zu sein: Während sich nur 16,9 Prozent der 25- bis 34jährigen ihren Urlaub mehr als 2.000 Euro kosten lassen, planen jeder sechste 55- bis 64jährige (18,5 Prozent) und sogar jede vierte Über-65jährige (23,5 Prozent) mit Ausgaben in dieser Höhe.

In einem Punkt sind sich die Reisenden jedoch einig: Beim Urlaub machen sie auch in diesem Jahr keine Abstriche: Nur jeder Sechste gab bei der mydealz-Umfrage an, für seinen Urlaub dieses Jahr „weniger“ (13,3 Prozent) oder „deutlich weniger“ (2,5 Prozent) als noch 2016 auszugeben. 39,4 Prozent rechnen damit, „ungefähr genauso viel“ auszugeben und knapp die Hälfte aller Befragten lässt sich den diesjährigen Urlaub „etwas mehr“ (29,2 Prozent) oder sogar „deutlich mehr“ (15,7 Prozent) als noch im Vorjahr kosten.

 

Trotz Sonne, Sand und Meer verlieren viele Reisende die Kosten jedoch nicht ganz aus dem Blick: Nur 47,3 Prozent der von mydealz Befragten gaben an, im Urlaub nicht sparen zu wollen. 52,7 Prozent wollen dies immerhin „versuchen“. Verzicht üben sie hierfür weniger bei der Wahl der Reisezeit (20,9 Prozent) oder des Reiseziels (23,1 Prozent), sondern beim Hotel und der Verpflegung: 37 Prozent der Reisenden, die im Urlaub sparen möchten, gaben an, bewusst „ein preiswertes Hotel“ zu wählen. 48,1 Prozent möchten sich selbst verpflegen und 51,6 Prozent suchen „gezielt nach Gutscheinen und Rabatten“. Wenn’s um die Länge des Urlaubs geht, sind sich alle Reisenden jedoch einig: Auch, wenn sie hierdurch sparen könnten, sind nur 8,4 Prozent aller Befragten bereit, hierfür „weniger Tage im Urlaub“ zu verbringen.

Drei von vier Deutschen buchen ihren Urlaub online, die meisten vertrauen auf ihre eigene Erfahrung

Von der Reiselust der Deutschen dürften in diesem Jahr vor allem Internetunternehmen profitieren. Drei von vier Befragten gaben an, ihren Urlaub online zu buchen. 48,6 Prozent bevorzugen dabei Pauschalreisen während 26,3 Prozent sich ihre Reise individuell zusammenklicken. Ähnlich stark fallen Pauschalreisen bei Buchungen über das Reisebüro ins Gewicht: 62,5 Prozent aller Befragen, die ihren Urlaub im Reisebüro buchen möchten, liebäugeln mit einer Pauschalreise. Insgesamt haben Reisebüros gegenüber ihren Konkurrent aus dem Internet jedoch das Nachsehen: Gerade einmal jeder Siebte (15,1 Prozent) bucht seinen Urlaub dieses Jahr noch ganz klassisch im Ladengeschäft um die Ecke. Und einzig bei den 45 bis 54jährigen (29,9 Prozent) und bei den Über-65jährigen (32 Prozent) fallen Reisebüros statistisch (noch) merklich ins Gewicht während schon 76,6 Prozent der Unter-25jährigen und 82,8 Prozent der 25 bis 34jährigen ihren Urlaub online buchen.

Erklären lässt sich die Abkehr vom Reisebüro damit, wie viele Reisende ihren Urlaub buchen: Leiten lassen sie sich bei der Wahl des Ferienorts und Hotels deutlich seltener von Empfehlungen des Reisebüros oder Bewertungen im Internet. Entscheidender sind für sie stattdessen Tipps von Freunden und eigene Erfahrungen: mydealz hatte die Umfrageteilnehmer gebeten, verschiedene Informationsquellen hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit zu beurteilen – auf einer Skala von 1 („Vertraue ich voll und ganz“) bis sieben („Vertraue ich überhaupt nicht“): Am besten schnitten eigene Erfahrungen (1,93), Tipps von Freunden (2,37) und Bewertungen auf Buchungsportalen (2,66) ab. Empfehlungen des Reisebüros (3,5) lagen hingegen noch hinter Bewertungen in Foren (3,01) und auf redaktionellen Internetseiten (3,13) auf dem letzten Platz des Glaubwürdigkeitsrankings und werden selbst von älteren Reisenden kritisch hinterfragt: So bringen die Über-65jährigen, der Umfrage zufolge, Aussagen des Reisebüros (3,52) deutlich weniger Vertrauen entgegen als Bewertungen auf Buchungsportalen (2,61), Tipps von Freunden (2,59) oder – eher weniger überraschend – ihren eigenen Erfahrungen (1,97).

Im Juli und August verreisen die meisten Deutschen – viele von ihnen ans Meer

Wenig kompromissbereit zeigen sich viele Reisende auch, was den Zeitpunkt und die Art des Urlaubs angeht: Die Sommermonate sind mit weitem Abstand die beliebteste Reisezeit. Drei von vier Befragten (72,8 Prozent) fahren zwischen Juni und September in den Urlaub. Mit dem Juli (21,5 Prozent) und August (25,8 Prozent) sind dabei fast schon folgerichtig die beiden Monate am beliebtesten, in denen die Schulsommerferien liegen. Hier verreisen nicht nur viele der Unter-18jährigen (66,3 Prozent) und ihre Eltern in den Altersgruppen von 35 bis 44 (54,7 Prozent) und 45 bis 54 (51,3 Prozent) besonders häufig, sondern immerhin auch jeder Dritte aus den Altersgruppen der 25- bis 34-, 55- bis 64- und Über-65jährigen. Statistisch kaum ins Gewicht fallen hingegen der November und Dezember. Gerade einmal 2,7 beziehungsweise 3,1 Prozent der Reisenden planen für die kalte Zeit des Jahres ihren Haupturlaub.

 

Dies liegt auch an der Art, wie die meisten Deutschen Urlaub machen. Zwar gibt es je nach Altersgruppe statistische Ausreißer: 13,7 Prozent der Unter-18jährigen planen beispielsweise einen Sport- und Abenteuer-Urlaub, jeder sechste 25- bis 34jährige (16 Prozent) eine Rundreise und jeder fünfte Über-65jährige (19,5 Prozent) eine Städtereise. Bei allen Altersgruppen ist der Strandurlaub jedoch mit Abstand am beliebtesten: 42,7 Prozent aller Reisenden zieht es auch dieses Jahr wieder ans Meer. Der Urlaub in der Sonne lässt damit Städte- (12,9 Prozent) und Rundreisen (11,8 Prozent) sowie Sport- (10,9 Prozent) und Kultururlaub (7,9 Prozent) weit hinter sich. Noch exotischer sind einzig Kreuzfahrten (2,8 Prozent) und Sprachreisen (1,5 Prozent).

Nur jeder zwanzigste Deutsche reist alleine, nur jeder vierte verlässt Europa

Einig sind sich Reisende auch in einem anderen Punkt: Sie mögen’s lieber klassisch statt exotisch. Für ihren Urlaub verlassen sie Europa so eher selten. Statistisch fallen Fernreisen einzig bei Reisenden im Alter von 18 bis 24 (27,4 Prozent), 35 bis 44 (29,6 Prozent) und über 65 Jahren (26,3 Prozent) ins Gewicht. Insgesamt möchte dieses Jahr jedoch nur einer von vier Befragten (26,2 Prozent) Urlaub fernab der Heimat. Die USA (5,6 Prozent) sind dabei – Trump zum Trotz – noch vor Ägypten (5,3 Prozent), Thailand (4,8 Prozent), Dubai (4,7 Prozent) und der Türkei (4,3 Prozent) das beliebteste Fernreiseziel.

 

Deutlich populärer ist dieses Jahr – wohl auch angesichts der politischen Situation – der Urlaub innerhalb Europas. Neben Dubai (Rang 10, 4,7 Prozent) Thailand (Rang 9, 4,8 Prozent), Ägypten (Rang 8, 5,3 Prozent) und den USA (Rang 7, 5,6 Prozent) bilden so sechs nahegelegene Reiseklassiker die Top-10 der beliebtesten Reiseziele: Österreich (5,3 Prozent), das Festland Spaniens (6,1 Prozent), die Kanaren (6,4 Prozent) Italien (8,2 Prozent) und – kaum überraschend – Mallorca und die übrigen Balearen-Inseln (13,5 Prozent) auf den Rängen acht bis zwei. Deutschland selbst findet sich als beliebtestes Reiseland auf Platz eins wieder. Ganze 17,6 Prozent der Deutschen machen dieses Jahr Urlaub im eigenen Land Urlaub, vor allem an den Küsten von Nord- (29,4 Prozent) und Ostsee (23,3 Prozent), in Berlin (5,0 Prozent) und in den Bayerischen Alpen (3,6 Prozent).

Doch egal, wohin die Reise geht – eines ist für die meisten Deutschen klar: Alleine möchten sie dort nicht hinreisen. Von den 2.531 von mydealz Befragten machen dieses Jahr gerade einmal 89 (4,5 Prozent) alleine Urlaub während 95,5 Prozent gemeinsam mit anderen verreist. Was die Reisebegleitung betrifft, zeigen sich alterstypische Unterschiede: So machen drei von vier Minderjährigen (75 Prozent) und deutlich mehr als jeder Zweite im Alter von 35 bis 44 (64,1 Prozent) und 45 bis 54 (53,8 Prozent) Urlaub mit der Familie während exakt die Hälfte der übrigen Befragten mit ihrem Partner verreist. Der Urlaub mit Freunden (13,6 Prozent) oder eine Reisegruppe (2,7 Prozent) scheint für Reisende jeden Alters hingegen eher die Ausnahme zu sein.

*Link zu den Umfrageergebnissen: http://mdz.me/reiseumfrage2017

 

 

 

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