Große Preisunterschiede und versteckte Kosten: Wer im Urlaub einen Mietwagen bucht, sollte lieber zweimal hinsehen

Berlin, 3. August 2017. Sommerzeit ist Urlaubszeit – und die verbringen die meisten Deutschen außerhalb der heimischen Gefilde. Wer für den Urlaub ein Auto mieten möchte, sollte sich vorher jedoch umfassend informieren. Wie ein Test des Verbraucherforums mydealz.de zeigt, unterscheiden sich die einzelnen Anbieter nämlich nicht nur im Preis. Auch das Kleingedruckte mancher Anbieter birgt Fallstricke. Und nicht alle schenken ihren Kunden reinen Wein ein.

 

Wie viel ist Ihnen der Mietwagen im Urlaub auf Mallorca wert? 295 oder doch lieber nur 74 Euro pro Woche? Wer das erstbeste Angebot nimmt, zahlt schnell zu viel. Dies zeigt eine Stichprobe des Verbraucherforums mydealz.de. Für zehn zufällig gewählte Urlaubsregionen und die zehn größten deutschen Städte ermittelten die Tester von mydealz.de den jeweils günstigsten Preis für einen Kompaktwagen der „Golf-Klasse“ – mithilfe der zehn größten Mietwagenportale und der Internetseiten von Autovermietern wie Avis, Europcar, Hertz und Sixt. Das Ergebnis der Stichprobe überrascht: Satte 116,98 Prozent (178,59 Euro) betrug die Differenz zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für einen Mietwagen im Ausland und immerhin noch 110,91 Prozent (54,58 Euro) für einen Mietwagen in Deutschland.

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Vergleichsportale auf den ersten Blick günstiger als Vermieter

 

Im In- und Ausland waren Angebote von Buchungsportalen auf den ersten Blick günstiger als Angebote von Vermietern. Über das Vergleichsportal Billiger-Mietwagen.de hätten die Tester von mydealz.de einen Mietwagen in einer der zehn größten deutschen Städte so schon für 49,21 Euro pro Wochenende buchen können während die Europcar-Tochter Interrent als günstigster Vermieter 51,06 Euro für ein Auto der gleichen Klasse berechnete. Die fünf großen Vermieter Sixt (58,27 Euro, Rang 13), Buchbinder (59,17 Euro, Rang 14), Hertz (64,99 Euro, Rang 15), Europcar (65,44 Euro, Rang 16) und Avis (71,68 Euro, Rang 17) fanden sich hingegen auf den hinteren Plätzen des Preisrankings für den deutschen Markt wieder.

 

Ein ähnliches Bild ergab die Stichprobe für das Ausland. Wer in den Urlaubsregionen von Frankreich, Griechenland, Italien, Spanien oder den USA einen Mietwagen buchen möchte, fährt – der Stichprobe zufolge – mit den Angeboten von Mietwagen24.de besonders günstig: Für 152,67 Euro hätten die Tester von mydealz hier einen Mietwagen für eine Woche im August buchen können. Ähnlich günstig war der Vermieter Cardelmar mit 158,34 Euro pro Woche. Die fünf großen Vermieter zogen indes auch hier den Kürzeren. Einzig Europcar (257,68 Euro) fand sich auf Rang 10 wieder. Avis (293,79 Euro), Sixt (295,45 Euro) und Hertz (312,33 Euro) landeten hingegen weit abgeschlagen auf den Rängen 16 bis 18 des Preisrankings während Buchbinder nicht im Ausland aktiv ist.

 

Kilometerlimits und Gebühren für Zusatzfahrer sind echte Kostenfaktoren

Blind sollten Reisende aber auch über Portale wie Billiger-Mietwagen.de oder Mietwagen24.de kein Auto buchen, denn Geiz ist auch bei der Suche nach dem günstigsten Mietwagen nicht unbedingt geil. Vielmehr mutieren viele auf den ersten Blick günstige Angebote zu wahren Kostenfallen – wenn beispielsweise ein zweiter Fahrer mit in den Vertrag aufgenommen werden soll oder die geplante Route länger ist als vom Vermieter erlaubt. Tatsächlich sahen bei der Stichprobe 289 der 371 Angebote eine Gebühr für zusätzliche Fahrer und immerhin noch 117 ein Kilometerlimit vor.

 

Ob Vermieter ihre Kunden zusätzlich zur Kasse bitten, hängt nicht zuletzt vom Anmietland ab: Zwar verlangten deutsche und ausländische Vermieter bei der Stichprobe in jeweils 88 Prozent der Fälle eine Gebühr für den zweiten Fahrer, die in Deutschland im Schnitt bei 17,31 Euro pro Wochenende und im Ausland bei 55,81 Euro pro Woche lag. Die Unsitte, die Zahl der Inklusivkilometer zu begrenzen, ist im Ausland aber noch kaum verbreitet: Von Miami über Gran Canaria bis nach Kreta war dies nur bei 16 von 181 Buchungen (8,8 Prozent) der Fall. Autovermieter in Städten wie Berlin, Hamburg, Hannover oder Dresden begrenzten die Zahl der Inklusivkilometer bei der Stichprobe hingegen in 101 von 190 Fällen (53,2 Prozent) auf durchschnittlich 748 Kilometer für zwei Tage – und dies mit durchaus teuren Folgen für Reisende: Wer längere Wege zurücklegen möchte, zahlt für jeden zusätzlichen Kilometer im Schnitt nämlich stolze 23 Cent.

 

Große Unterschiede gibt es auch zwischen den einzelnen Vermietern. Von ihnen kennt der Markt tatsächlich zwei Arten: faire und solche, die ihre Kunden gerne zusätzlich zur Kasse bitten. Wer in Deutschland bei Mietwagen24.de und im Ausland bei Dollar Thrifty oder Sunnycars.de einen Mietwagen bucht, zahlt so nur selten für zusätzliche Kilometer oder einen zweiten Fahrer. Die Europcar-Tochter Interrent bittet ihre Kunden in Deutschland hingegen regelmäßig zur Kasse. Bei zehn der zehn Angebote limitierte Interrent die Zahl der Inklusivkilometer auf durchschnittlich 250 pro Tag und berechnete pauschal 13,50 Euro für die Eintragung eines Zusatzfahrers in den Mietvertrag. Und auch bei Mietangeboten für das Ausland stießen die Tester von mydealz bei Interrent auf die meisten Einschränkungen: In allen zehn Fällen berechnete Interrent eine Gebühr für den zweiten Fahrer (durchschnittlich: 52,24 Euro) und limitierte zusätzlich bei zwei von zehn Angeboten die Zahl der Inklusivkilometer auf 250 pro Tag. Kunden, die mehr fahren, knüpft Interrent hierfür pauschal 15 Euro pro Tag ab.

 

Rentfox, Sunnycars.de und Europcar informieren ihre Kunden nicht umfassend genug

Angesichts möglicher Kostenfallen haben die Tester von mydealz.de großen Wert daraufgelegt, dass die einzelnen Anbieter mögliche Kilometerlimits, Gebühren für Zusatzfahrer sowie Details zur Versicherung und Haftplicht wie die Deckungshöhe oder Selbstbeteiligung während der Buchung gut sichtbar und verständlich kommunizieren. Umso erschreckender war, dass mit Budget nur ein einziger Anbieter in allen zwanzig Fällen sämtliche relevanten Informationen gut sichtbar vermittelte. Die übrigen Vermieter und Portale waren weniger auskunftsfreudig: Informationen zu einer möglichen Kilometerbegrenzung suchten die Tester von mydealz vier Mal, Angaben zur Gebühr für Zusatzfahrer 66 Mal und Informationen zur Versicherung und Haftplicht in 146 Fällen vergeblich.

 

Fast schon vorbildlich informierten neben Budget die vier Vergleichsportale Autoeurope.de (0,05 fehlende Angaben/Buchung), Cardelmar, Mietwagen24.de (beide: 0,15) und Billiger-Mietwagen.de (0,2) sowie der Autovermieter Hertz (0,1 fehlende Angaben/Buchung): Sie unterrichteten ihre Kunden in den meisten Fällen umfassend und transparent über alle wesentlichen Vertragsbestandteile.

 

Negativ fiel hingegen gleich eine Reihe an Portalen und Vermietern auf: Bei Rentfox fehlten pro Buchung ganze 1,7, bei Sunnycars.de 1,05 der wesentlichen Informationen. Und auch die Vermieter Buchbinder, Enterprise und Europcar sowie die Portale Happycar.de und Rentalcars.com konnten die Tester nicht überzeugen: Pro Buchung blieben sie wenigstens eine entscheidende Information schuldig – meistens das nicht ganz unwesentliche Detail, bis zu welcher Deckungssumme die Haftpflichtversicherung für Personen- und Sachschäden aufkommt.

 

Wer stornieren möchte, muss sich an gewisse Fristen halten

Pläne ändern sich und entsprechend wichtig ist es, einmal getätigte Buchungen auch problemlos wieder stornieren zu können. Und tatsächlich bieten die meisten der zehn Vergleichsportale und Vermieter diese Möglichkeit: Mit Ausnahme von Rentfox (Vorgehen abhängig vom Vermieter), Happycar.de und Mietwagen24.de (Stornierung nur telefonisch möglich) können Buchungen bei 17 der zwanzig getesteten Unternehmen über die jeweilige Internetseite oder per E-Mail storniert werden.

 

Was auf den ersten Blick praktisch wirkt, birgt aber Fallstricke. Nicht immer lassen sich Buchungen nämlich auch kostenlos stornieren: Buchbinder beansprucht für sich selbst „im Falle einer Stornierung (...) oder bei Nichtabholung des gebuchten Fahrzeugs“ beispielsweise das Recht, „Schadensersatz in Höhe des für die reservierte Mietzeit anfallenden Bruttomietpreises zzgl. sonstiger Entgelte zu verlangen, maximal jedoch für drei Miettage". Und Sunnycars.de berechnet im Stornofall immer mindestens 25 Euro und behält bei sehr kurzfristigen Stornierungen am Tag des Mietbeginns sogar 100 Prozent des Mietpreises ein.

 

Auch bei den übrigen Anbietern müssen sich Reisende an gewisse Fristen halten, um kostenlos stornieren zu können. Kunden von Autoeurope.de und Mietwagenmarkt.de haben hierfür beispielsweise bis zu 48 Stunden vor Mietbeginn Zeit. Billiger-Mietwagen.de, Cardelmar, Check24, Europcar, Happcar.de und TUI Cars räumen ihren Kunden hierfür eine großzügige Frist von bis zu 24 Stunden vor Mietbeginn ein. Und Rentalcars.com sowie Interrent sind noch kulanter: Hier kann der Kunde die Buchung jederzeit beziehungsweise bis zu zwei Stunden vor Mietbeginn canceln.

Bei den Vermietern Avis, Budget, Dollar Thrifty, Enterprise, Europcar, Hertz, und Sixt unterscheiden sich die Stornobedingungen hingegen abhängig vom Tarif: Bezahlen Kunden im Voraus, sparen sie ein paar Euro, nehmen hierfür aber strengere Stornoregeln in Kauf. Avis, Budget, Dollar Thrifty, Enterprise und Hertz verkürzen beispielsweise die Frist, in der Kunden kostenlos stornieren können. Und Avis, Budget, Enterprise sowie Europcar und Sixt stellen ihren Prepaid-Kunden höhere Gebühren für nicht fristgerechte Stornierungen in Rechnung.

 

Sie befinden sich damit allerdings in guter Gesellschaft: Verpassen Kunden die Frist, werden in den meisten Fällen hohe Gebühren fällig: Je nach Tarifmodell und Zeitpunkt der Stornierung berechnen die einzelnen Vermieter und Vergleichsportale zwischen 25 Euro (Budget) und 75 Euro (Dollar Thrifty) oder behalten – so wie Autoeurope.de, Enterprise, Mietwagenmarkt.de und Sunnycars.de – im Extremfall sogar den vollen Mietpreis ein. Müssen Verbraucher ihren Urlaub kurzfristig canceln, wird der geplante Trip mit dem Mietwagen so schnell zum teuren Desaster. Reisende sollten deshalb stets einen Blick ins „Kleingedruckte“ werfen und im Zweifelsfall vor der Buchung per E-Mail beim jeweiligen Vermieter nachfragen, zu welchen Konditionen ein Mietwagen wieder storniert werden kann.

 

Buchungsportale lassen Vermieter alt aussehen

Große Preisunterschiede, hohe Zusatzgebühren, fehlende Vertragsdetails und uneinheitliche Stornoregeln – wer im Urlaub auf den Mietwagen umsteigen möchte, läuft schnell Gefahr, zu viel zu bezahlen. Hieran ändern auch die zahlreichen Vermieter und Vergleichsportale wenig. Im Gegenteil: So plural wie der Mietwagenmarkt ist, so durchwachsen ist auch die Qualität der meisten Akteure.

 

Beim Test konnte so kein einziger der zehn Vermieter und keines der zehn Vergleichsportale auf ganzer Linie überzeugen. Tendenzen lassen sich dennoch ablesen – die zum Beispiel, dass Buchungsportale in Summe verbraucherfreundlicher sind als die Angebote der Vermieter. In der Gesamtwertung belegen mit Mietwagen24.de (Gesamturteil: sehr gut), Billiger-Mietwagen.de und Cardelmar (beide: gut) so drei Vergleichsportale die vorderen Plätze. Budget (gut) findet sich als erster Vermieter auf Rang fünf wieder und ist damit wenigstens in der Top-10 klar in der Unterzahl: Hier finden sich sieben Vergleichsportale, aber mit Budget, Interrent (gut, Rang 7) und Dollar Thrifty (befriedigend, Rang 10) nur drei Vermieter.

 

Die fünf großen Vermieter Hertz (befriedigend, Rang 12), Sixt (Rang 13, befriedigend), Avis (befriedigend, Rang 14), Europcar (befriedigend, Rang 15) und Buchbinder (ausreichend, Rang 19) können im direkten Vergleich hingegen kaum überzeugen und finden sich erst in der zweiten Hälfe des Rankings wieder. Schwächen machten die Tester von mydealz bei Avis, Buchbinder, Europcar, Sixt und Co. vor allem beim Preis aus, stießen jedoch auch auf Defizite hinsichtlich der Transparenz und Stornoregeln.

 

Link zur pdf-Version mit Statistik-Teil:

 

Über mydealz (www.mydealz.de):

 

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