Teurer als sein Ruf: Wer am 1. Mai, an Christi Himmelfahrt oder Pfingsten mit dem Fernbus verreist, zahlt im Schnitt 160,39 Euro drauf

Berlin, 20. April 2017. Sie nennen sich Deinbus, Eurolines und Hellö und haben eines gemeinsam: Am Fernbusmarkt haben sie fast keinen Anteil. Ihn dominiert Flixbus, spätestens seit der Übernahme des direkten Konkurrenten Postbus im August und der Geschäftsaufgabe der Bahntochter Berlin Linien Bus im Oktober 2016. Auf 92 Prozent bezifferte das Iges Institut zuletzt den Marktanteil des Münchener Fernbusanbieters. Und während Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries noch am 10. April gegenüber dem Handelsblatt erklärte, sie sehe momentan keine Veranlassung einzugreifen,* kommt Reisenden das Monopol schon heute teuer zu stehen: 245,67 Euro zahlt eine Familie mit zwei Kindern im Schnitt, wenn sie am 1. Mai-Wochenende, über Christi Himmelfahrt oder Pfingsten mit dem Fernbus verreist. Im Vergleich zum eigenen PKW, Mietwagen oder der Bahn ist die Fahrt im Fernbus damit nicht etwa preiswerter, sondern deutlich teurer: 71,31 Euro beträgt der Mehrpreis gegenüber dem Mietwagen, 78,78 Euro gegenüber der Bahn, 160,39 Euro gegenüber dem eigenen PKW.** Dies hat das Verbraucherforum mydealz.de nun erstmals im Rahmen eines Preisvergleichs für 1.200 innerdeutsche Verbindungen ermittelt.

Heute unvorstellbar: Für drei Euro fuhren Busse 2013 von Köln nach London und zurück

Kurze Zeitblende: Deutschland im Herbst 2012: Am 27. September verabschiedet der Bundestag das „Gesetz zur Änderung personenbeförderungsrechtlicher Vorschriften“. Die Befürworter aus CDU/CSU, SPD, FDP und den Grünen ebnen damit den Weg zu einem völlig neuen Markt: Erstmals überhaupt dürfen Fernbusse ab dem 1. Januar 2013 Passagiere im Linienverkehr befördern. Der anfängliche Goldrausch mündet schnell in einen Preiskampf. In der Spitze unterbieten sich ein gutes Dutzend Fernbusanbieter mit immer neuen Dumpingpreisen. Für 33 Euro können Reisende so im März 2013 mit Mein Fernbus von Hamburg nach Zürich fahren. Nur ein halbes Jahr später befördert Megabus Passagiere im Oktober 2013 für gerade einmal drei Euro von Köln nach London und zurück. Beim Verbraucher entsteht so schnell der Eindruck, Fernbusse seien vor allem eines: unbequem zwar, aber dafür günstig.

Heute, vier Jahre später, weht ein anderer Wind: Der einst neue, hart umkämpfte Markt hat mit der Flixmobility GmbH einen Monopolisten gefunden. Und der Flixbus-Betreiber dreht kräftig an der Preisschraube. Zwar fällt der Preisunterschied nicht immer so drastisch aus wie auf der Strecke zwischen Bremen und Kempten im Allgäu, für die Flixmobility am Pfingstwochenende für vier Personen 660,40 Euro, die Bahn aber nur 248,70 Euro berechnet. Wer über den 1. Mai, Christi Himmelfahrt oder Pfingsten mit dem Fernbus verreisen möchte, sollte sich dies jedoch gut überlegen. Wirklich günstig ist die Fahrt mit dem Bus nur äußerst selten.

Wer Bus statt Bahn fährt, zahlt im Schnitt 80,43 Euro drauf

Halter eines eigenen Autos sind in diesen Tagen fein raus. Geht man von einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,3 Litern sowie von Spritkosten von 1,179 Euro (Diesel) beziehungsweise 1,363 Euro (Benzin) pro Liter aus,*** lohnt sich die Fahrt im eigenen PKW selbst auf langen Strecken wie zwischen Leipzig und Heringsdorf auf Usedom (505 Kilometer): Wer diese am 1. Mai-Wochenende mit seiner Familie im eigenen Auto zurücklegt, zahlt 75,91 (Diesel) beziehungsweise 87,75 Euro (Benziner). Leipziger, die mit der Bahn nach Usedom und zurück fahren, zahlen 153 Euro. Ähnlich günstig ist der Mietwagen mit 158,88 Euro, inklusive Sprit. Deutlich teurer fiel beim Test hingegen die Fahrt im Fernbus aus: Stolze 217 Euro berechnet Flixbus für die sieben Stunden lange Fahrt von Leipzig nach Heringsdorf und zurück.

Ein ähnliches Bild ergibt sich auch für die meisten anderen Verbindungen: Nur in mageren 11 von 1.200 Fällen schnitten Fernbusse beim Test als günstigstes Verkehrsmittel ab. Den Preiskampf verloren Flixbus & Co. dabei nicht nur gegen Privatautos und gegen Mietwagen, sondern überraschender Weise auch oft gegen die Deutsche Bahn: Zwar fiel die durchschnittliche Preisdifferenz zur Bahn nicht ganz so groß aus wie die zum Auto (160,39 Euro zu Diesel-, 144,05 Euro zu Benzin-PKW) oder Mietwagen (42,33 Euro). Wer am 1. Mai, Christi Himmelfahrt oder an Pfingsten in die Bahn statt in den Bus steigt, spart im Mittel jedoch noch immer 78,78 Euro: Zwei Erwachsene und zwei Kinder zahlen bei der Bahn im Mittel 166,89 Euro, für die Fahrt im Fernbus hingegen stolze 245,67 Euro. Teuer als der Fernbus ist so letztlich nur das Flugzeug: Flüge zwischen den zwanzig größten deutschen Städten und beliebtesten Urlaubsregionen kosten an den kommenden langen Wochenenden im Mittel 777,78 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder.

Auf der Kurzstrecke sind Fernbusse vergleichsweise günstig

Zwei Momente wirken sich in der Regel auf den Preis aus: die anfallenden Kosten und die Nachfrage. Deutlich wird dies auch beim Blick auf die Fernbus-Preise für die Zeit um den 1. Mai, Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Zwar kosten Hin- und Rückfahrt an allen drei langen Wochenenden im Mittel das gleiche: um die 245 Euro für zwei Erwachsene und zwei Kinder. Die Ticketpreise sinken jedoch abhängig von der Länge der Strecke und den zu deckenden Spritkosten: Werden für Strecken mit einer Länge von über 500 Kilometern im Mittel 316,32 Euro fällig, berechnen Flixmobility & Co. für Strecken zwischen 250 und 500 Kilometern nur noch 207,59 Euro. Auf kurzen Distanzen von weniger als 250 Kilometern mausert sich der Fernbus sogar zu einer echten Alternative: Preislich waren die Tickets beim Test mit 96,30 Euro rund ein Drittel (30,07 Prozent, 42,33 Euro) günstiger als ein Mietwagen und nur knapp ein Viertel (24 Prozent, 18,60 Euro) teuer als die Angebote der Deutschen Bahn. Sind alle Sparkontingente vergriffen, kann es sich je nach Strecke so zumindest für Reisende ohne eigenes Auto durchaus auszahlen, in den Bus zu steigen.

Entlang der A2 ist die Zeit stehen geblieben

Günstiger als die Fahrt im eigenen PKW sind Fernbustickets vor allem auf strategisch bedeutsamen und besonders umkämpften Strecken. Die Verbindung von München nach Friedrichshafen ist hierfür ein Beispiel: An Pfingsten zahlen zwei Erwachsene und zwei Kinder für die Hin- und Rückfahrt zwischen der bayerischen Hauptstadt und dem Bodensee nur 33,30 Euro. Ein anderes Beispiel sind Verbindungen zwischen Dortmund, Düsseldorf oder Essen und Berlin. 86,48 kosten Hin- und Rückfahrt am 1. Mai, 84,83 Euro an Christi Himmelfahrt und 84,81 Euro an Pfingsten. Weder im eigenen PKW (Diesel ab Dortmund: 84,81 Euro, Benziner: 98,29 Euro) noch im Zug (98,29 Euro) können Familien preiswerter in die Hauptstadt und zurück reisen. Ursächlich für die attraktiven Buspreise ist die Marktsituation: Auf der Strecke zwischen Düsseldorf und dem Ruhrgebiet und Berlin hat es Flixbus mit einem der letzten verbliebenen Konkurrenten zu tun: dem polnisichen Anbieter Polskibus. Entlang der A2 ist die Zeit der günstigen Buspreise so stehen geblieben.

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Anmerkungen

**Alle oben genannten Preise hat das Verbraucherforum mydealz.de am 12. und 13. April 2017 mithilfe der Preisvergleichsportale Goeuro.de und Billiger-Mietwagen.de für die Zeit vom 28. April bis zum 1. Mai, vom 25. bis 28. Mai und vom 2. bis zum 5. Juni ermittelt. Verglichen wurden die jeweils günstigsten Preise für die Fahrt im Mietwagen (Familienwagen, alle Kilometer frei, Vollkasko ohne Selbstbeteiligung), Fernbus, Zug und für Flüge für zwei Erwachsene und zwei minderjährige Kinder und Strecken zwischen den zwanzig größten Städten und zwanzig beliebtesten Ferienregionen Deutschlands. Eine Übersicht aller Städte, Regionen und Preise findet sich hier.

***Als Berechnungsgrundlage für die bei einer Fahrt im eigenen Auto und im Mietwagen entstehenden Kosten dienten Informationen des Umweltbundesamtes sowie des Statistikportals Statista. Informationen des Statistischen Bundesamts zur Folge, verbraucht ein PKW im Mittel 7,3 Liter pro 100 Kilometer. Informationen von Statista zufolge, wurden im März 2017 für einen Liter Benzin im März 1,3628, für einen Liter Diesel 1,179 Euro fällig. Quelle für Verbrauch, Quelle für Benzin-Preise, Quelle für Diesel-Preise.

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